der arbeitsmarkt | 04/2009 | Text: Alexandra von Ascheraden

Bewegung im Büro

Viele Menschen leiden am Arbeitsplatz – sei es unter ungesunden Möbeln oder den lieben Kollegen. Diese Probleme sollen bald der Vergangenheit angehören.

Von einem Arbeitsplatz im Trockenen träumen die meisten, die ihr Geld bei Wind und Wetter verdienen müssen - Bauarbeiter, Strassenreiniger, die ­Kioskfrau in ihrem zugigen Häuschen. Ein Dach über dem Kopf, Tisch und Bürostuhl allein sorgen aber noch lange nicht für Zufriedenheit. Einer Umfrage des Jobportals Monster unter 200 Schweizer Angestellten ­zufolge haben viele in ihren Büros derart unbequemes Mobiliar, dass das sogar ­gesundheitliche Auswirkungen hat. 27 Prozent gaben an, sie hätten ­körperliche Beschwerden wie etwa Rückenschmerzen wegen der unbequemen Bürostühle und kämpften zudem ständig mit veralteter Technik. Der Ist-Zustand ist also trauriger, als man meinen sollte.

Wie aber wird der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Wie beim System Kybun, wo Laufbänder und weiche Bodenmatten statt unbequemer Bürostühle die Angestellten in Bewegung und deren Rücken gesund halten sollen? Oder heisst es «weiterhin Bürostühle, aber kein eigenes Büro mehr»? Das gibt es seit Jahren bei IBM. Dort hat man die Zukunftsvision des «nonterritorialen Büros» längst umgesetzt. Keine fixen Arbeitsplätze und -zeiten mehr, dafür Headsets, Laptops, Rollcontainer und leere Tische, an die man sich einfach setzt, wo es Platz hat. Noch weiter geht Google in seiner ­Bürolandschaft mit Rutschbahn, originell möblierten Rückzugs- und Diskussionsorten. Frische Fruchtsäfte, Gratis-Snacks, sogar Waschmaschinen stehen zur Verfügung, damit die Angestellten eigentlich gar nicht mehr nach Hause müssten. Ganz im Sinne des Arbeitsplatzes als Lebensort, mag man das erstrebenswert oder fragwürdig finden.

Wie also sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Wie wird sich die Arbeitswelt überhaupt entwickeln? Wir haben in unserem Fokus «Mein Arbeitsplatz» nur einige wenige Beispiele aufgreifen können, Theorien zum Büro der Zukunft gibt es mehr als genug.

Die Gestaltung des Arbeitsplatzes ist aber nur eine Seite. Denn egal, wie durchdacht dieser auch gestaltet sein mag: Irgendwie scheint der Mensch nicht dazu gemacht, mit dem zufrieden zu sein, was er hat. Ist der Chef in Ordnung, so nerven die Marotten der Kollegen, die Kunden verlangen zu viel, die Arbeit ist zu fordernd, zu wenig kreativ, der Lohn zu niedrig. Kündigung scheint der einzige Ausweg. Wer allerdings garantiert, dass sich der nächste Arbeitsplatz nicht als dasselbe zwischen in anderen Grüntönen gehaltenen Wänden entpuppt? Kündigen ist nicht die Lösung. Im Gegenteil: Der Arbeitsplatz, den Sie haben, ist der beste, den Sie kriegen können. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie unser Interview mit Business-Coach Manuel Tusch.

 
 
 

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