der arbeitsmarkt | 05/2009 | Text: Li Sulejmanagic
Das Web 2.0 hat vielfältige Ausprägungen. Nicht alle der hier beschriebenen Plattformen sind dazu gedacht, bei der Stellensuche zu helfen, aber alle bieten die Möglichkeit, das persönliche Netzwerk zu erweitern. Womöglich der erste Schritt zum nächsten Job.
Business-Netzwerke
www.xing.com
Xing ist eine Business-Plattform, in der man neue Geschäftskontakte knüpfen und das bestehende Netzwerk pflegen kann.
Je mehr Details im eigenen Profil aufgeschaltet sind, desto eher erhält man nützliche Kontaktanfragen und Jobangebote. Alle persönlichen Angaben können einzeln freigeschaltet und die Zugriffsrechte aufs eigene Profil eingeschränkt werden. Die Grundmitgliedschaft ist kostenlos. Für zehn Franken im Monat kann man Zusatzfunktionen nutzen wie E-Mails schreiben, Inserate in der Jobbörse suchen, Inserate schalten oder vernetzte Mitglieder zu Events einladen. Xing ist eine globale Plattform mit über sieben Millionen Mitgliedern und hat sich hauptsächlich auf dem europäischen Markt etabliert. Gemäss einer Pressemeldung von Xing vom März 2009 nutzen über 40 000 Recruiter die Plattform, um geeignete Kandidaten für offene Positionen zu finden.
www.linkedin.com
Linkedin ist, ähnlich wie Xing, ein Business-Netzwerk, über das man Geschäftskontakte pflegen, neue Verbindungen knüpfen und in Fachforen über relevante Geschäftsthemen diskutieren kann. In Linkedin ist es möglich, andere Mitglieder zu empfehlen oder sich selber empfehlen zu lassen. Das erhöht die Qualität des eigenen Profils und führt zu besseren Stellenangeboten und Projektvorschlägen. Die Grundmitgliedschaft bei Linkedin ist kostenlos. Die Premium-Mitgliedschaft kostet monatlich 25 Dollar und erlaubt die Nutzung von Zusatzfunktionen. Linkedin ist eine globale Plattform, die aber zuerst nur auf Englisch verfügbar war und deren Mitglieder hauptsächlich auf dem amerikanischen Markt zu finden waren. Heute ist die Business-Plattform in 16 verschiedenen Sprachen präsent, und etwa die Hälfte aller Linkedin-Mitglieder (18 Millionen) sind ausserhalb der USA ansässig. Seit Februar 2009 gibt es Linkedin auch in deutscher Sprache.
www.kununu.com
Kununu ist eine professionell betriebene Arbeitgeberbewertungs-Plattform, auf der Arbeitnehmer anonym und kostenlos ihren Arbeitgeber bewerten können. Gewonnene Erfahrungen im Voll- und Teilzeitverhältnis, in Praktika oder Ferienjobs werden so an Kollegen und Interessenten weitergegeben. Die Resultate sollen dabei helfen, ein «Gespür» für das Betriebsklima bei einem Arbeitgeber zu entwickeln.
Community-Netzwerke und Social Media
www.facebook.com
Facebook ist ein soziales Netzwerk, das Menschen mit ihren Freunden, Arbeitskollegen, Kommilitonen und anderen Mitmenschen verbindet. Jedes Facebook-Mitglied eröffnet ein persönliches Profil und kann sich darüber vorstellen sowie Bilder und Videos hochladen. Es ist zudem möglich, E-Mails an andere Mitglieder zu versenden, Kommentare und Blogs zu Bildern, Videos oder Statusmeldungen zu hinterlassen oder Spiele herunterzuladen und zu spielen. Zusätzlich kann man Gruppen beitreten oder Fan von einer Sache oder Person werden. Was 2004 als eine reine College-Plattform begonnen hat, entwickelte sich im Eiltempo zum weltweit meistbenutzten sozialen Netzwerk. Facebook meldete im März 2009 einen Stand von über 175 Millionen aktiven Nutzern. Durch die täglich wachsende Benutzerzahl bietet sich Facebook
je länger, je mehr als möglicher Rekrutierungskanal an.
www.myspace.com
Myspace war ursprünglich ein Anbieter für kostenlose Datenspeicherung auf dem Internet. In der Zwischenzeit gilt es als eines der bekanntesten sozialen Netzwerke im Web 2.0. Myspace-Benutzer können kostenlos Profile mit Fotos, Videos und Blogs einrichten. Ein wichtiger Aspekt der Plattform ist, dass sehr viele Musiker die Rubrik «Myspace Music» nutzen, und zwar nicht nur, um ihre Songs in Umlauf zu bringen, sondern um auch direkt mit Fans
in Kontakt zu treten. Es gab die eine oder andere Erfolgsgeschichte von unbekannten Interpreten, die ihre Songs über Myspace einem breiten Publikum vorstellen konnten und dadurch berühmt wurden.
www.youtube.com
Hier handelt es sich um ein Videoportal, auf dem die Benutzer kostenlos Videoclips ansehen, hochladen, bewerten und kommentieren können. Für das Hochladen von Videos ist eine Registrierung erforderlich. Auf Youtube gibt es neben privaten Videoaufnahmen auch Musikvideos, Shows oder Ausschnitte aus Filmen und Serien zu sehen. Unternehmen haben Youtube als Plattform entdeckt, um über einen eigenen Videokanal ihre Innovationen und Dienstleitungen vorzustellen sowie mit Karrierevideos mögliche Mitarbeitende zu informieren.
www.flickr.com
Flickr ist eine Online-Fotoplattform und gehört zu den 50 am stärksten frequentierten Websites im Internet. Flickr-User laden Fotos und Videos mit Kommentaren und Notizen auf die eigene Website und stellen diese so anderen Nutzern zur Verfügung. Die Organisation der Fotos und Videos ist einfach: Sie können in Kategorien (Tags) sortiert, in Pools aufgenommen und mit Stichworten gesucht werden. Es ist möglich, Kommentare zu Fotos oder Videos von anderen Benutzern zu hinterlassen. Bei einem Gratiskonto erhalten die Mitglieder monatlich ein Hochladevolumen von
100 MB, wobei ein Bild oder Video nicht grösser als 5 MB sein darf. Zurzeit gibt es über drei Milliarden Fotos auf Flickr.
www.twitter.com
Twitter ist ein Mikro-Blogging-Dienst, über den man seinem Netzwerk «zuzwitschern» kann, was gerade läuft. In maximal 140 Zeichen teilen die Nutzer von Twitter mit, was sie gerade bewegt, was sie sehen oder was sie tun. Die Informationen werden in Echtzeit an die Follower (das eigene Netzwerk) verschickt. Die Follower wiederum haben eigene Leute im Netzwerk, die sich deren Nachrichten abonniert haben, und so kann eine einzige Twitter-Meldung in Sekundenschnelle tausende von Nutzern erreichen. Gezwitschert wird nicht nur über den Online-Dienst. Es ist auch möglich, über das Handy oder über einen Instant Messenger Kurzmeldungen einzurichten oder zu erhalten. Die Registration bei Twitter ist kostenlos.