der arbeitsmarkt | 18.11.2009 | Text: Antje Hentschel
ahe. myBerufswahl.ch soll Jugendliche bei der Laufbahnplanung unterstützen. Der virtuelle Berufsberater wird bald in diversen Versionen verfügbar sein, welche die unterschiedlichen kantonalen Lehrpläne berücksichtigen.
Seit Sommer 2009 steht Jugendlichen im Berufswahlalter und ihren Lehrpersonen ein neues Online-Tool zur Verfügung. myBerufswahl.ch wird vom Schweizerischen Dienstleistungszentrum Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (SDBB) zusammen mit der Post als Partner auf Bundesebene getragen. Der virtuelle Berufsberater ergänzt das bereits bestehende Informationsportal berufsberatung.ch mit einer interaktiven Möglichkeit.
Um Unterschieden bei den Lehrplänen gerecht zu werden, wird myBerufswahl.ch derzeit den jeweiligen Bedürfnissen der Kantone angepasst. Während das System in Bern bereits funktionsfähig ist, steht die Einführung in den meisten anderen Kantonen erst an. Zürich und Baselland befinden sich diesbezüglich in den Startlöchern. Die Aufschaltung ist für das Schuljahr 2010/2011 geplant. Luzern prüft derzeit eine kantonale Version und für die Romandie und das Tessin laufen Vorbereitungen zur sprachlichen und inhaltlichen Anpassung.
Der virtuelle Berufsberater ist einfach in der Handhabung. Am Anfang ermitteln die Jugendlichen eigene Interessen und Stärken anhand einer Auswahlliste. Dieser Einstieg über die Freizeitaktivitäten wird nicht elektronisch gespeichert. Falls gewünscht lassen sich die Ergebnisse ausdrucken, um sie jederzeit wieder nachschlagen zu können. myBerufswahl.ch bietet die Möglichkeit, sich eingehend über die verschiedenen Berufsbilder zu erkundigen. Eigenschaften, die für einen spezifischen Beruf Bedingung sind, macht das Tool durch dazugehörende Tätigkeiten verständlich. So können sich Jugendliche unter «graben, transportieren und zupacken» mehr vorstellen als unter «robuster Gesundheit».
Im weiteren Verlauf entschliesst sich die Schülerin oder der Schüler für in Frage kommende Berufsbilder und vergleicht diese mit den eigenen Fähigkeiten und Neigungen. Nachdem der Jugendliche Informationen über diese möglichen Berufe eingeholt hat, kann er die getroffenen Entscheidungen in die Tat umsetzen. So kann der Lernende eine Lehrstelle organisieren und sich bei der Schule anmelden, die er sich ausgesucht hat.
Schliesslich ermöglicht myBerufswahl.ch den Jugendlichen, sich auf die bevorstehende Ausbildung oder Lehre vorzubereiten und einen «Plan B» als Alternative auszuarbeiten, falls es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Wichtige Schritte und Erfolge beim Prozess der Lehrstellensuche sind in einem elektronischen Logbuch festgehalten. Der Schüler oder die Schülerin kann diese so jederzeit überprüfen.
Um den Prozess der Berufswahl zu strukturieren erhalten die Lernenden in unregelmässigen Abständen E-Mails mit hilfreichen Tipps und Anregungen. So werden sie beispielsweise dazu ermutigt, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt mit der aktiven Lehrstellensuche zu beschäftigen oder konkrete Abklärungen in Angriff zu nehmen. Pro Schritt erhalten die Jugendlichen eine bis zwei E-Mails.
Den Lehrkräften steht auf myBerufswahl.ch ein eigener Bereich zur Verfügung. Die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler ist geschützt; eine Einsicht in ihre Daten durch Dritte ist nicht möglich. Lehrpersonen soll das Portal vor allem als Planungshilfe für den Berufswahlunterricht dienen. Nach Absprache kann aber ein direkter Datenaustausch zwischen den Lernenden und ihren Lehrerinnen und Lehrern stattfinden.