HR Today | 11/2009 | Text: Connie Voigt
Vom 22. bis 24. September ging die Zukunft Personal als grösste europäische HR-Messe in Köln in ihr zehntes Jahr. Von der Wirtschaftsflaute war wider Erwarten wenig zu spüren. Mit 11 525 Besuchern verzeichneten die Organisatoren sogar ein Rekordergebnis.
Im Boomjahr 2008 waren «nur» 8279 Personalverantwortliche an der Messe. «Dieses tolle Ergebnis haben wir mit der Erweiterung von zuvor zwei auf diesmal drei Tage noch einmal um 40 Prozent gesteigert», kommentierte Alexander Petsch, Geschäftsführer des Veranstalters spring Messe Management.
Das Thema «Betriebliche Weiterbildung» war mit rund 220 Ausstellern am stärksten vertreten. Ganz stark scheinen Vertriebs- und Führungstrainings gefragt. Unternehmen suchten in der Krise vor allem Unterstützung für Change-Prozesse; es sei ein grosses Thema, wie Personalentwickler Führungskräfte darauf besser vorbereiten können, stellten einige Aussteller fest.
Zu den Keynote Speakers gehörten unter anderem HR Today-Kolumnist Professor Holger Rust, Trendbeobachter Adjiedj Bakas (siehe Artikel Seite 22), der Management- und Führungstrainer Boris Grundl (HR Today interviewte ihn in Ausgabe 3/09) und Nancy Adler, Professorin für Organziational Behavior and International Management an der McGill University in Montréal, Kanada.
Professorin Nancy Adler überzeugte in ihrem Referat zum Thema «Global Female Leadership» mit ganz simplen Fragen wie: «Wie viele Regierungschefinnen hatte die Welt in den letzten 50 Jahren?» Vom Publikum wurde als Maximum eine Anzahl von nur 15 weiblichen Staatsoberhäuptern geschätzt. Tatsächlich regierten aber 91 weibliche Prime Ministers seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Ein grosses «Verschulden» an dieser enormen Fehleinschätzung hätten die Medien, so Adler. Frauen würden in der Presse fast immer als aussergewöhnlich in ihrem Job betitelt. Diese wertende Berichterstattung würde unter vielen anderen Gründen zur verzerrten Wahrnehmung führen, so die Professorin weiter.
Um die Einfachheit jenseits der Komplexität ging es bei Boris Grundl. Viel zu viele Manager würden Dinge unnötig verkomplizieren, da sie Angst vor der Einfachheit hätten. Diese Angst beruhe auf der Zurückhaltung, Veränderungen initiieren zu wollen. Man versinke lieber in Überplanung, statt sich auf wesentliche Notwendigkeiten zur konstanten Veränderung zu konzentrieren. Alles in allem konnten die Besucher der Keynote-Vorträge dieses Jahr besonders eines mitnehmen: Das HRM wird sich immer intensiver mit der Umsetzung von Change-Prozessen und Leadership-Grundsatzfragen befassen müssen.