der arbeitsmarkt | 15.06.2010 | Text: Doris Braun

Blitzlicht

Dieter Loos, 48, Wirtschaftsinformatiker, Zürich

Blitzlicht
Foto: Doris Braun

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Schon beim Aufstehen wusste ich, was mich erwartet: Unzählige Sitzungen und gleichzeitig dringende Arbeiten. Das belastete mich, weil ich wusste, dass das nie unter einen Hut zu bringen ist.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?

Der massive Druck, der auf uns lastet, vor allem auf meinen Mitarbeiterinnen. Da ich grundsätzlich solche Situationen abfedern muss, bekümmert es mich zu sehen, dass sich die Leute überfordern und sich selber auch gefährden.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Ich arbeite in einem Gebiet, in dem ich mich kompetent fühle, und mein Wissen wird auch geschätzt. Mich interessiert es, einen gesamtheitlichen Blick auf ein Problem zu werfen. Das ist auch meine Aufgabe: Problemlösungen mittels verschiedener Blickwinkel zu finden.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?

Ja, aber vor allem wünschte ich mir eine bessere Qualität von Freizeit. Eine Freizeit, bei der ich die Arbeit vergessen und einen Ausgleich mit schon fast vergessenen Vorlieben finden kann. Ermattet nach Hause zu kommen, kurz zu essen und todmüde ins Bett zu fallen, kann ja wohl nicht alles sein.
1 von 2    14.4.2009 11:17 Uhr
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Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?

Ich spüre die allgemeine Verunsicherung. Oft treffe ich Kollegen im Tram, die mir erzählen, dass sie um ihren Arbeitsplatz bangen oder ihn bereits verloren haben - das in einem Unternehmen, bei dem man das nie für möglich gehalten hätte.

 
 
 

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