der arbeitsmarkt | 15.06.2010 | Text: Rolf Weidmann

Blitzlicht

Markus Alt, Migros-Detailhändler, Rebstein

Blitzlicht
Foto: Rolf Weidmann

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Super. Ich war richtig aufgestellt, weil im Geschäftsladen die Morgenarbeit erledigt war, eigentlich wie immer. Geht die Verkaufstüre auf und steht alles korrekt bereit, kann ich damit rechnen, dass es ein guter Tag wird.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?


Der Handel mit Produkten bereitet mir jeden Tag Freude. Da gibt es nichts, was mich so richtig anödet. Ärgerlich ist hingegen, wenn die Kunden den Anstand verlieren und unberechtigterweise eine Reklamation in barschem Ton anbringen. Doch mit mir kann man reden. Auf die Nerven geht mir ausserdem die illegale Abfallentsorgung vor dem Verkaufsladen.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?


Meine Arbeit ist zugleich mein Hobby. Ich stehe morgens um 5 Uhr auf und arbeite vielfach auch nach Ladenschluss für das Geschäft. Ich liebe den Kundenkontakt, berate gerne, denn aus jedem Gespräch kann ein interessantes Geschäft entstehen. Würde ich in meiner Position nicht auch die administrativen Arbeiten gerne erledigen, könnte ich meine Angestellten gar nicht führen. Das Konzept eines Geschäfts stimmt nur, falls der Chef mit Leib und Seele hinter dem Laden und seinen Leuten steht.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?


Ja. Da ich überdurchschnittlich viel arbeite, kommt meine Familie ein wenig zu
kurz. Es wäre schön, wenn ich für meinen einjährigen Sohn mehr Zeit aufwenden könnte, doch dies ist momentan einfach nicht möglich. Umso schöner ist es, wenn ich die spärliche Freizeit mit meiner Familie verbringen kann.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


Im Moment spüre ich die Krise noch nicht sehr. Was auffällt, ist die Tatsache, dass viele Leute bewusster einkaufen, also auf Hochpreisprodukte zugunsten von günstigeren Lebensmitteln verzichten. Der Umsatz zeigt, dass auch Spontankäufe nicht mehr an der Tagesordnung sind. Die Leute wollen sparen. Im Gespräch mit Geschäftskollegen und Freunden macht mir die jetzige wirtschaftliche Lage schon Kopfzerbrechen, denn im Rheintal haben immer mehr Firmen Kurzarbeit, was besonders die Familienväter finanziell spüren.

 
 
 

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