der arbeitsmarkt | 17.06.2010 | Text: Rolf Weidmann

Blitzlicht

Julia Waibel, Meister-Floristin und Gartenfacharbeiterin, Altstätten

Blitzlicht
Foto: Rolf Weidmann

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Jeder Tag ist für mich ein fröhliches Erwachen, denn ich übe einen Beruf aus, der
mir Freude und Genugtuung gibt. So kam ich heute wie jeden Tag topmotiviert in
meinen Blumenladen, um zusammen mit den Angestellten das Beste zu geben.
Jedes Mal spüre ich, wie meine positive Stimmung auf meine Mitarbeiter
überspringt. Nur so macht der Arbeitstag wirklich Freude.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?

Die Arbeit füllt mich vollends aus, doch manchmal merke ich, dass der Tag einfach
zu kurz ist. Ich bin eine Person, die sich morgens viel vornimmt, manchmal
vielleicht ein wenig zu viel. Doch ich schaffe es immer, meine vorgegebenen
Tagesziele zu meistern, was mich mit Stolz erfüllt. So kann ich am Abend zufrieden
nach Hause gehen und voller Zuversicht in den folgenden Tag starten.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Die Arbeit mit Blumen, der Natur und den Menschen. Es gibt nichts Schöneres, als
mit den eigenen Händen ein wundervolles Blumenbouquet zu gestalten, das dem
Kunden wirklich Freude macht und das er gerne kauft. Es ist ein wahrer Genuss,
mit Blumen zu arbeiten, denn sie sind ein Teil der Natur, mit der ich mich sehr
verbunden fühle. Ich gebe zu, dass es mir ebenfalls Spass macht, erfolgreich zu
sein, denn Erfolg gibt mir die Bestätigung, dass ich mit meiner Leistung zufrieden
sein kann. Ein Team zu führen und junge Floristinnen auszubilden, ist eine
Tätigkeit, für die ich mich richtig begeistern kann. Dies zahlt sich aus, denn dank
meiner guten Ausbildung besitze ich qualifiziertes Fachpersonal.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?

Ja. Wenn ich mehr Freizeit hätte, würde ich noch mehr Sport treiben. Fitness,
wandern und Ski fahren sind meine Hobbys, für die ich als Geschäftsführerin
einfach zu wenig Zeit habe. Zudem würde ich mit einer grösseren Freizeit noch viel
mehr Menschen treffen wollen, denn ich bin ein kommunikativer Mensch und habe
gerne Begegnungen mit verschiedenen Leuten.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


Bis jetzt spüre ich die Wirtschaftskrise noch nicht sehr, doch ich rechne damit, dass
unser Umsatz nächstes Jahr sinken wird. Blumen sind Luxusgüter, die in einem
Haushaltbudget zuerst gestrichen werden. Eigentlich schade, denn die Menschen
brauchen Blumen, die ihnen an dunklen Tagen Freude bescheren. Stehen Blumen
zuhause auf dem Tisch, geht es den Menschen viel besser. Dies ist meine
Geschäftsphilosophie, mit der ich meine Kunden motivieren möchte, trotz
wirtschaftlicher Engpässe nicht auf den Blumeneinkauf zu verzichten.

 
 
 

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