der arbeitsmarkt | 17.06.2010 | Text: Gianni Farrér
Ernst Schuppisser, Goldschmied in Winterthur
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Heute war ich schon um zwanzig nach sieben in der Werkstatt. Normalerweise
komme ich erst um acht Uhr hierher. Also könnte man meine Stimmung als
arbeitswütig betrachten.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Ich bin immer zufrieden. Mir geht in dem Sinne nichts gegen den Strich. Ich bin
jeden Tag, an dem ich gesund aufstehe, dankbar und glücklich.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Das Vielseitige. Falls ich einmal keine Lust zum Schmieden habe, schleife ich einen
Rohstein oder gehe auf Einkaufstour für das Geschäft. Solche Einkaufstouren kann
ich weltweit machen und verbinde diese gelegentlich mit meinen Ferien. Mein Beruf
kann gemütlich sein, denn die Bearbeitung von Gold braucht Zeit. Es ist sehr
schön, eigene Ideen zu verwirklichen und es befriedigt mich, wenn diese bei den
Kunden gut ankommen. Meine langjährigen Kunden kenne ich inzwischen gut und
überrasche sie mit Spezialanfertigungen. Goldschmied ist ein kreativer Beruf.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Ich habe genug Freizeit. Ich erlaube mir einfach, diese zu nehmen. Natürlich in
Absprache mit meinen Mitarbeitenden. Das ist nie ein Problem, auch wenn ich mal
an einem Mittwoch nicht arbeiten möchte. Wie erwähnt kann ich meine Freizeit mit
der Arbeit verbinden.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Gar nicht. Ich habe eine grosse Stammkundschaft in meinem Geschäft. Diese
Kundschaft hat eine grosse Wertschätzung für mein Handwerk und meinen
Schmuck. Bei der Zusammenarbeit mit Bijouterien merke ich aber schon, dass es
denen nicht mehr so rosig geht. Ihre Aufträge gehen etwas zurück. Das ist für mich
aber kein Problem, da dies durch meine eigene Kundschaft kompensiert wird.