der arbeitsmarkt | 21.06.2010 | Text: Antje Hentschel
Bruno S. Frey, 68, Wirtschaftswissenschaftler, Zürich
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Sehr gut, trotz des schlechten Wetters. Ich freute mich auf meine abwechslungsreiche Tätigkeit. Im Moment forschen wir unter anderem zum Thema Klöster und darüber, wie sie früher funktionierten und so lange Bestand haben konnten. Ausserdem untersuchen wir das Sozialverhalten von Menschen in Extremsituationen, beispielsweise bei Katastrophen.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Die Arbeit selbst empfinde ich als sehr befriedigend, aber wegen zu vieler Verpflichtungen habe ich gelegentlich das Gefühl, nicht alles zu schaffen.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Das autonome Arbeiten und das selbstbestimmte Forschen! Ich kann weitgehend selber definieren, welchen Themen ich mich widmen möchte. Das trägt ganz wesentlich zu meiner Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei. Ausserdem macht es mir grossen Spass, mich mit meinen Assistierenden auszutauschen.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Nein, Arbeit und Freizeit sind bei mir nicht klar getrennt.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Sie wirkt sich auf meine Arbeit aus. Die ökonomische Theorie ist in Schwierigkeiten geraten und es liegt auch an uns Ökonomen, mögliche Wege aus der Krise aufzuzeigen.