der arbeitsmarkt | 24.06.2010 | Text: Anita Schuler
Holger Fries, 45, Shiatsu-Therapeut, Bülach
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Heute bin ich leicht aufgestanden. Ich war sofort wach. Am Vormittag habe ich den
Apfelbaum im Garten zurückgeschnitten. Ich fühle mich fit und bin guter Dinge.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Ich mag es nicht, wenn Klienten nicht kommen, ohne sich abzumelden. Und es ist
nicht lustig, wenn ich dem Geld nachspringen muss, weil ein Patient die
Behandlung nicht bezahlt. Zum Glück kommt dies sehr selten vor.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Mich beeindruckt immer wieder, wie viel man mit sehr wenig erreichen kann: Eine
Berührung und ein leichter Druck genügen, um den Körper zur Selbstheilung zu
animieren. Ganz ohne Hilfsmittel kann ich so dem Klienten Erleichterung
verschaffen. Viele kommen zu mir in die Shiatsu-Therapie, weil sie sich von
Schmerzen geplagt kaum mehr bewegen können. Und dann erleben sie bereits
nach einer einzigen Behandlung, dass ein Leben ohne Schmerzen wieder möglich
ist. Da ich selbständig bin, weiss ich, für wen und was ich arbeite. Das hat zwar
Vor- und Nachteile, aber die Freiheit, die ich dabei geniesse, ist mir viel wert.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Nein, ich habe genug freie Zeit. Ich kann ja meine Zeit selber einplanen.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Abgesehen davon, dass alle Preise um mich herum steigen und die Zeitungen voll
Geklöne über die Wirtschaftskrise sind, merke ich nichts. Im Gegenteil, ich habe
mehr Kunden als im Vorjahr.