der arbeitsmarkt | 24.06.2010 | Text: Gianni Farrér

Blitzlicht

Sadi Horry, Branch Manager im Reisebüro Terminal1, Zürich

Blitzlicht
Foto: Gianni Farrér

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Heute habe ich beim Aufstehen wie immer gesungen. Dazu brauche ich unbedingt
meinen Radiowecker. Ich stehe jeweils mit einer sehr positiven Grundstimmung auf.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?


Eigentlich nichts. Das kommt durch meine Berufsroutine. Komplizierte Kunden mag
ich besonders, da ich diese auf den Boden bringen kann. Ganz nach dem Motto: Je
komplizierter, desto besser. Die Reisebranche erfordert ein breites Wissen, ist aber
leider die am schlechtesten bezahlte KV-Ausbildung.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?


Die Vielfältigkeit. Ich arbeite sehr gern. Wir sind nicht nur Berater, sondern auch
Psychologen, Erzieher, Zuhörer oder Mediziner. Schliesslich muss ich über
Klimazonen, Impfempfehlungen, Einreisebestimmungen oder
Ernährungsgewohnheiten verschiedener Länder Bescheid wissen. Das macht die
Arbeit besonders interessant. Ich liebe den Kontakt zu den Kunden, weil sie alle
völlig verschieden sind.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?


Ich habe doch Freizeit! Da ich meiner Arbeit so gerne nachgehe, betrachte ich
diese auch als «freie Zeit». Ausser wenn mich wie gestern jemand um 24 Uhr aufs
Handy anruft, um Informationen über einen Flug von Rio nach Lissabon zu
erhalten. Da musste ich eine Grenze ziehen und sagen: «Heute nicht mehr.»

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


Die spüre ich natürlich. Heute fliegt kaum mehr jemand dreimal im Jahr in die
Ferien. Auch die Aufenthalte der Kunden verkürzen sich markant und Familien sehe
ich nicht mehr so oft in meinem Reisebüro. Gut, dass wir parallel zu den Reisen
noch amerikanische Comic-Kunst anbieten.

 
 
 

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