der arbeitsmarkt | 24.06.2010 | Text: Simone Sonderegger

Blitzlicht

Jan Baumann, 33, Marktanalyst, Basel

Blitzlicht
Foto: Simone Sonderegger

Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?

Sehr gut. Ich habe mich auf den heutigen Tag gefreut. Ich durfte mich heute in ein
neues Gebiet einarbeiten, den französischen Energiemarkt. Ich war gespannt
darauf. Ausserdem bin ich am Abend zu einem Geschäftsessen eingeladen.

Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?


Viele Menschen nehmen sich wichtiger als sie sind. Sie sagen Nein zu Vorschlägen
und bringen selbst keine Alternativen ein. Das ist nicht konstruktiv. Ich habe auch
etwas dagegen, wenn hinter dem Rücken über Menschen gesprochen wird. Ich
selbst bin wenig betroffen - vermute ich. Aber es macht mir etwas aus, wenn ich
sehe, wie mit Kollegen umgegangen wird.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Mein Job ist sehr abwechslungsreich und ich bin in einem guten Team. Ich
beschäftige mich mit der Optimierung der Energiebeschaffung der EBM und
analysiere den Energiemarkt in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich.
Dazu sind viele Statistiken nötig. Das ist natürlich nicht für alle spannend, aber ich
habe gern Zahlen. Ausserdem lerne ich immer wieder Neues hinzu.

Hätten Sie gerne mehr Freizeit?


Mehr Freizeit kann man immer gebrauchen. Oft heisst das weniger Lohn, das gilt es
natürlich abzuwägen. Ich denke, dass Freizeit zu hoch gewichtet wird. Viele
Menschen, die sagen, sie hätten gerne mehr Freizeit, haben nicht den richtigen
Job. Wer gerne arbeitet, muss sich in der Freizeit nicht vom Job erholen, sondern
kann die Freizeit nutzen. So gesehen habe ich genug Freizeit. Die Work-Life-
Balance stimmt.

Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?


Im Moment heisst das vor allem für mich, dass ich billigere Ferien machen kann, da
der Euro gesunken ist. Die EBM konzentriert sich auf die Marktöffnung und nicht
auf die konjunkturellen Schwankungen. Es ist wichtig, dass das Unternehmen auf
die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet ist. Sich auf die Krise zu
konzentrieren, bringt nur Stagnation.

 
 
 

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