der arbeitsmarkt | 24.06.2010 | Text: Andreas von Bergen
Jonas Maurer, 20, Informatikstudent, Zürich
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Ich freute mich bei der Tramfahrt von Zürich-Seebach zum ETH-Zentrum auf die
kommende Mathematik-Vorlesung.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Jeder Professor an der ETH hat sein eigenes System, den Lehrstoff zu vermitteln. Der
eine Professor gibt ein Script ab, der andere will ein Buch verkaufen und ein weiterer
verlangt, dass die Studenten alle Informationen im Internet abrufen. Der Inhalt aller
ETH-Webseiten ist riesig und kaum überschaubar am Anfang. In der zweiten Woche
ist es noch schwierig, sich mit dem Stundenplan sowie der Organisation auf dem
grossen ETH-Areal zurechtzufinden.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Ein früher Jugendwunsch ist für mich in Erfüllung gegangen mit dem Beginn des
Informatikstudiums. Ich wollte schon lange eine Ausbildung oder ein Studium
beginnen, bei dem ich oft mit dem Computer arbeiten kann. Logik liegt mir gut.
Informatik studiere ich am liebsten.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Früher habe ich mich in der Freizeit mit Mathematik beschäftigt. Seit Beginn des
Studiums vermischen sich zeitweise Arbeit und Freizeit. Nach den Vorlesungen muss
ich viele Übungen zu Hause machen. Als ETH-Informatik-Student sollten wir 50 bis 60
Stunden pro Woche arbeiten. Da ich von Montag bis Samstag zu Hause ruhiger
arbeiten kann, vermisse ich die Freizeit wenig. Einige freie Stunden am Sonntag
reichen mir zur Erholung.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Ich lebe recht sparsam und halte meine eigenen Lebenskosten möglichst tief.
Meistens kaufe ich meine Esswaren im Laden ein und koche selbst zu Hause. Die
Mensa ist für mich schon eher zu teuer. Wegen der zeitlichen Belastung von 50 bis 60
Wochenstunden kann ich keinen Nebenjob annehmen und bin zurzeit finanziell von
meinen Eltern abhängig.