der arbeitsmarkt | 24.06.2010 | Text: Michael Helbling
Kathrin Kobel, 49, kaufmännische Angestellte, Maler- und
Gipsergenossenschaft, Biel
Wie war Ihre Stimmung, als Sie heute Morgen zur Arbeit gingen?
Grundsätzlich positiv. Allerdings war ich ein bisschen müde, weil ich am
Wochenende noch ein Autofahrtraining auf dem Eis machte. Das ist körperlich
ziemlich anstrengend.
Was geht Ihnen bei der Arbeit gegen den Strich?
Ganz und gar nicht mag ich zwischenmenschliche Spannungen. Kommt es dazu,
versuche ich zunächst für mich zu analysieren, ob es mich persönlich betrifft. Ist
das der Fall, suche ich das Gespräch. Das muss ich dann geklärt haben, weil diese
Spannung sonst die Konzentration bei der Arbeit stört. Am Arbeitsplatz ist für mich
Anerkennung und Wertschätzung wichtig. Fehlt es daran, stimmt etwas nicht.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?
Was mir speziell gefällt, ist die Vielseitigkeit meines Jobs. Im Gegensatz zu
anderen Stellen im kaufmännischen Bereich ist es bei mir nicht so, dass ich
morgens komme und dann den ganzen Tag lang Berichte abtippe. Bei meiner Arbeit
decke ich ein breites Spektrum ab.
Hätten Sie gerne mehr Freizeit?
Weil ich «nur» 60 Prozent arbeite, kann ich meine Freizeit voll ausnutzen. Die
momentane Lösung ist für mich optimal. Grundsätzlich finde ich aber, dass es viel
eher darauf ankommt, wie ich meine Freizeit nutze.
Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf Ihr Leben aus?
Direkt auf mein Leben wirkt sich die Krise nicht aus. Ich habe aber Leute in meinem
engeren Umkreis, die davon betroffen sind, und das belastet mich. Umso mehr
hoffe ich, dass ich nicht in diesen Strudel komme. Im Moment bin ich auf der
Sonnenseite und das schätze ich.