der arbeitsmarkt | 05.10.2011 | Text: Maria Savoldelli

Ein Management-Tool für Mutter und Chef

ms. Mamagenda ist ein Online-Kalender für schwangere Erwerbstätige und deren Vorgesetzte. Das von Travail Suisse erarbeitete Instrument hilft bei der Planung von Gesprächsterminen und liefert nützliche Informationen.

Ein Management-Tool für Mutter und Chef
Mamagenda erleichtert die administrative Bewältigung der Mutterschaft.
Foto: Simone Gloor
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Mamagenda

Der Dachverband der Schweizer Gewerkschaften, Travail Suisse, hat Mamagenda ins Leben gerufen, um Antworten auf offene Fragen von Unternehmen und werdenden Mütter zu geben. Die digitale Agenda ist erst seit wenigen Monaten in deutscher und französischer Sprache online. Über dreihundert Personen haben bereits ein anonymes Konto erstellt. Weil die Unternehmen und die Arbeitnehmerinnen anonym bleiben, hat Travail Suisse nur Rückmeldungen über Betriebe, die Mamagenda im Vorfeld getestet haben.

Die Industriellen Dienste der Stadt Genf sagen rückblickend: «Mamagenda hilft, den Durchblick zu gewinnen. Die Verweise auf die Gesetze sind sehr nützlich.» Positiv äussern sich auch verschiedene Abteilungen der Stadtverwaltung Bern, die in der Testphase mitgemacht haben: Sie «empfehlen die Nutzung von Mamagenda, vor allem allen männlichen Vorgesetzten». Die Alternative Bank Schweiz hat das neue Tool ebenfalls getestet. Fazit: «Mamagenda ermuntert zu mehr Kontakten zwischen Mitarbeiterinnen und Vorgesetzten.»

Hilfreich und breit abgestützt

Um ein Konto zu erstellen, meldet sich eine Angestellte online an und lädt dann ihre Vorgesetzte beziehungsweise ihren Vorgesetzten ein oder umgekehrt. Einmal angemeldet, trägt man den errechneten Geburtstermin in die Agenda ein. Darauf schlägt das Tool Termine für Gespräche vor, sendet die Daten nach Wunsch per E-Mail zu oder ergänzt sogleich den elektronischen Kalender der Benutzer mit den Meetings. Zudem sendet Mamagenda automatisch Checklisten zum richtigen Zeitpunkt.

Benutzer und Benutzerinnen erhalten so Informationen über Themen wie gesetzliche Bestimmungen, die Organisation des Arbeitsplatzes oder externe Kinderbetreuung, um nur einige zu nennen. Mamagenda deckt die Zeit der Schwangerschaft, den Mutterschaftsurlaub und den Wiedereinstieg ins Berufsleben ab. Checklisten für den werdenden Vater stehen ebenfalls bereit. Sie betreffen unter anderem den Vaterschaftsurlaub und gesetzliche Regelungen über die Arbeitsabwesenheit bei Krankheit des Kindes.

Finanziert wurde Mamagenda von Travail Suisse und vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann. Sponsoren sind die Versicherungsgruppe AON und die Gewerkschaft Angestellte Schweiz. Eine Begleitgruppe hat ein Konzept für Mamagenda erstellt. Dabei mitgewirkt haben Personalfachleute, Gewerbevertreter, der Hebammenverband, Travail Suisse und ein Gleichstellungsbüro.

Die Vorbereitung von Mamagenda beanspruchte zweieinhalb Jahre. Unterstützt wird das Projekt durch Organisationen wie ProFamilia, die Schweizerische Gesellschaft für Arbeitsmedizin und die Fachstelle UND, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert.

 
 
 

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